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Fast 400 Drachen!

3. Mai 2011
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Mir schwebt schon lange eine Idee im Hinterkopf herum, und dass die Juni-Ausgabe des altehrwürdigen Dragon Magazine die Jubiläumsnummer 400 trägt, hat mich mal wieder daran erinnert. Ich wollte schon immer mal alle Ausgaben des Dragon besprechen, und da ich eh gerade mal wieder damit beschäftigt bin, mich durch die einzelnen Ausgaben durchzulesen, ist das der richtige Anlass, um es endlich mal anzugehen. Ist natürlich eine Menge Holz, aber egal, ich fange einfach mal damit an. Ich werde mich nicht an allen Inhalten aufhalten, sondern einfach meinen Interessen folgen, der Leser erwarte also keine vollständigen, ausführlichen Rezensionen. Auch werde ich nicht unbedingt die Reihenfolge einhalten, sondern der Aktualität zuliebe die 4E-Ausgaben vorziehen/parallel lesen. Mal sehen, wie weit ich komme.

Dragon Magazine #1 (Juni 1976)

Sehr farbenfrohes Cover, natürlich mit der Darstellung eines, wenn auch etwas amateurhaft gezeichneten, Drachen. Das man auf der ganzen Farbenpracht die grüne Schrift kaum lesen kann, scheint damals niemand gestört zu haben, man merkt aber schon auf den ersten Blick, dass das Können der Gestalter ihrer Liebe zum Produkt (noch) etwas hinterherhinkt. Nicht, dass ich mich nicht „von“ schreiben würde, wenn ich wenigstens sowas hinbekäme.

Ansonsten ist das 32-seitige Magazin in schwarz-weiss gehalten. Den Anfang macht ein Beitrag Fritz Leibers, der seinen Schöpfungen, Fafhrd und dem Gray Mouser zu erklären versucht, was Rollenspiel eigentlich ist und ein paar Worte über die Welt von Nehwon verliert.

Der darauffolgende Artikel konvertiert die Schlacht der fünf Armeen nach Chainmail. Was soll ich sagen: Wargaming hat mich nie auch nur im geringsten interessiert, und für Chainmail bin ich etwas zu jung, insoweit habe ich auch null Ahnung, ob die Konversion irgendwie Sinn macht. Ich habs mir auch gar nicht erst angeschaut.

Wesley D. Ives stellt daraufhin ein System vor, mit dem man Handlungen der SC einen Wahrscheinlichkeitswert abhängig in Höhe des Attributs vorstellen kann. Fällt direkt in die Kategorie: Einfaches komplizierter machen.

James M. Ward stellt sich die Frage, ob Magie und Wissenschaft in D&D nebeneinander existieren können. Er diskutiert das aber nicht wirklich, sondern bastelt einfach ein paar „technische“ Gegenstände, die geeignet sind, mit Magie zu interagieren und diese zu kontern. Heute wären das wohl einfach magische Gegenstände, denn wirklich mit Technik haben sie nichts zu tun. Immerhin interessant, dass ein auch heute noch immer mal wieder diskutiertes Thema schon 1976 im Gespräch war.

Lee Gold diskutiert das Sprachensystem in D&D. Wirkt aus heutiger Sicht ein wenig spinnert. (Zitat: In der Region San Francisco gibt es einen Maulesel, der durch die Gunst eines Affengottes Japanisch gelernt hat, um so mit seinem japanisch sprechenden Meister (IN 9) kommunizieren zu können).

Auch Fiktion gab es schon in der ersten Ausgabe des Dragon. Jake Jacquet steuerte mit „The Search of the Hidden Chamber“ ein recht lustiges, teilweise albernes Abenteuer dreier unwahrscheinlicher Helden (sprich Volldeppen) bei. Und um es vorweg zunehmen: Ein gewisser Garrison Ernst (aka Gary Gygax) erlaubte dem Leser mit dem ersten Teil von „The Gnome Cache“ einen frühen Einblick in die Welt von Oerth, wenn er die Geschichte des jungen Händlersohn Dunstan beginnt, der vor nichts zurückschreckt, um sich seinen Traum zu erfüllen, Ritter zu werden.

Was haben wir noch: Das erste Auftreten des Landhais (in der Rubrik Creature Features); Tips für das Zeichnen von Wildniskarten (die auch heute noch für den Hex-Anfänger nützlich sein können); eine Erweiterung des in der Strategic Review #4 beschriebenen Illusionisten für OD&D mit neuen Zaubern und neuen Stufen; und noch ein paar kleinere Artikel rund um irgendwelche Brettspiele.

Fazit: So richtig viel für heutiges Spielen lässt sich aus dem ersten Dragon nicht rausholen. Vom historischen Standpunkt aus ist der Inhalt ganz interessant, ansonsten enthält er nichts, was meine Fantasie in irgendeiner Form anreizen würde.

4 Kommentare leave one →
  1. 3. Mai 2011 19:26

    Willkommen zurück. Wenn Du dich ranhälst und täglich einen Dragon besprichst kannst Du im Laufe des nächsten Jahres direkt mit Dungeon weitermachen. Imagine fänd ich dann auch noch klasse.

    • 3. Mai 2011 20:32

      Danke. Aber so schnell bin ich nicht, zumal ja später die Inhalte immer interessanter werden (aus der Sicht des d20-Systemlers), da weiss ich noch gar nicht, ob ich da mit einem Blog pro Ausgabe hinkomme. Und dass ich trotzdem so vermessen bin, den Dungeon wenigstens im Kopf zu behalten, erzählst du bitte nicht weiter🙂

  2. 5. Mai 2011 23:48

    Woww, Fritz Leiber!!!! nebenbei: Hast du (sie noch) alle?

    • 6. Mai 2011 10:42

      auf die Dragons bezogen: Ja, wenn auch zum großen Teil im PDF-Format.

      ansonsten: natürlich nicht!😀

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