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Und ich dachte schon, ich wär bekloppt

10. Juli 2011

Ich hab damit bisher hinter dem Berg gehalten, weil die Idee selbst in meinen eigenen Ohren viel zu verrückt klingt, aber eine Motivation, aus der dieser Blog entstanden ist, ist die, dass ich seit langem davon träume, eine eigenes Kitchen-Sink-Setting zu konzipieren, in der ich ganz viel von dem Material integrieren möchte, das sich in meinem Schrank, den Kisten auf dem Speicher und auf meiner Festplatte so angesammelt hat. Die Grundidee entstand aus den vielen (für mich) interessanten Optionen im Dragon Magazine, die im Spiel nie zum Zuge kamen, weil a) schon das offizielle Material mehr als ausreichte, um nicht mehr komplett am Tisch nutzbar zu sein und b) die Inhalte des Dragon von anderen oft mit scheelen Augen betrachtet werden (broken, nicht balanciert, jaddajadda…). Was in direkter Linie zu den hiesigen Dragon-Besprechungen führt, die insoweit durchaus mehr als reiner Zeitvertreib sind, als ich dabei immer ein Auge darauf habe, was ich denn gerne in meiner eigenen Kampagnenwelt sehen würde.

Bekloppt ist das gleich in mehrerer Hinsicht. Wenn ich in dem jetzigen Tempo weiter mache, werde ich etwa 5 Jahre brauchen, um alle bisher erschienenen Dragon-Ausgaben zu besprechen (6 Jahre, wenn ich die in diesem Zeitraum noch erscheinenden Ausgaben mitzähle). Bekloppter wird das noch dadurch, dass es außerdem noch etwa 200 Dungeon Magazines und tausende anderer, teils extrem umfangreicher Materialquellen gibt, die durchaus auch für dieses Projekt in Frage kämen. Dabei sind notwendige Konvertierungen des Materials sowie die eigentliche Arbeit am Setting noch gar nicht miteingerechnet.

Bekloppt natürlich auch deswegen, weil sich die durchaus berechtigte Frage stellt, wer denn so ein Monstrum (falls es sich denn überhaupt realisieren ließe) überhaupt spielen wollen würde. Beziehungsweise weil man es für die Spieler eh wieder arg zusammenschrumpfen müsste, damit diese überhaupt mal einen Anfang fänden. Oder hat jemand Lust, ein mehrere tausend Seiten umfassendes Kampagnenbuch zu lesen (und ich fürchte, das wäre noch untertrieben^^)?

Aber immerhin darf man ja träumen; allerdings erklärt sich wohl damit meine Überraschung, als ich heute zufällig auf einen Blog gestoßen bin, dessen Autor ein ähnlich großartig-wahnsinniges Vorhaben nicht nur erträumt, sondern tatsächlich schon in die Tat umzusetzen begonnen hat, wenn er es auch als Gedankenexperiment deklariert.

Die Rede ist von Nathan Mahney, der in seinem Blog Save or Die! ein Projekt namens „The Ultimate Sandbox“ begonnen hat. Seine Idee ist es, alle offiziellen D&D-Produkte (beginnend mit den alten Chainmail-Regeln) sowie die Magazin-Ausgaben in chronologischer Reihenfolge durchzulesen und sich dabei Gedanken darüber zu machen, wie man wirklich alles in ein einziges Setting integrieren kann. Das Ganze läuft seit Anfang 2008 in seinem Blog (anscheinend hat er zuvor schon auf RPG.net damit angefangen gehabt), ist allerdings seit März 2011 merklich ins Stocken geraten, wie man in den letzten beiden Blogeinträgen nachlesen kann. Immerhin ist er aber in der Zeit schon bis zum AD&D Monster Manual vorgestoßen, so dass man schon einige Besprechungen früherer Produkte auf seinem Blog nachlesen kann.  Für jemanden, der wie ich erst zu Beginn der zweiten Edition von AD&D ernsthaft mit D&D begonnen hat, ist das durchaus interessant zu lesen, vor allem aber bietet es mir das persönlich befriedigende Gefühl, dass ich nicht der einzige Irre auf diesem Planeten bin.

Da fühlt man sich doch glatt angestachelt, es ihm nachzutun. Ich zumindest.

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3 Kommentare leave one →
  1. 10. Juli 2011 16:12

    Du bist nicht bekloppt. Von unserer Art gibts einige… nur halt ein paar mehr jenseits des Ozeans. ^^

  2. 10. Juli 2011 19:04

    Solche Bekloppten sind mir die liebsten. WIe ich jedes Jahr im Oktober auf der Fahrt nach Essen zu meiner Frau sage: „Endlich mal wieder normale Leute!“

  3. 11. Juli 2011 20:51

    Freut mich, dass ich nicht alleine bin.

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